Zeichnen, Schwamm-Zeichnen, Aquarell, räumliches Denken

Zeichnen - die Architekturschule

Die Auseinandersetzung mit dem Zeichnen war für Hélène Bernard nicht unproblematisch.
Als Architekturstudentin war es wichtig, dreidimensional zeichnen zu lernen. Doch sie merkte, dass sie mit der räumlichen Darstellung Schwierigkeiten hatte. "Meine Figuren waren ohne Volumen. Das war natürlich für eine Architekturstudentin hinderlich."

Zum zweidimensionalen Zeichnen hatte sie jedoch einen, wie sie feststellte, guten Zugang: "Eine Sache hat mich begeistert: Den Ausdruck von Personen darzustellen, ihren geistigen Zustand, ihre Verletzbarkeit, ihre Freude oder Traurigkeit, mehr in die Figur hinein zu lesen, als sie zeigt und das Ergebnis zu übertreiben. Dadurch wird der gezeichnete Ausdruck genau so räumlich verzerrt wie die Figur selbst."

Mit einem Schwamm zeichnen

Das Zeichnen mit dem Schwamm lernte Hélène Bernard im Zeichenunterricht. Sie empfand es als große Erleichterung, mit einem Schwamm statt mit einem Stift zu zeichnen. "Ich habe alle Tricks ausprobiert, um den Schwamm mit seinen maximalen Möglichkeiten zu benutzen. Mit der Seite, der Ecke des Schwamms zu zeichnen, sehr feucht oder nicht so feucht, drücken oder nicht."

Das Aquarell

Danach begann sie mit der Aquarellmalerei. Zwei Landschaften haben sie sehr inspiriert: Die Küste der Bretagne mit Ebbe und Flut und die Berge in Nepal.

"Das Fehlen des räumlichen Vorstellungsvermögens war dabei immer präsent. Die Aquarelle wirkten ziemlich flach. Für mich war nicht wichtig, die Realität darzustellen sondern wie die Landschaft auf mich gewirkt hatte. Das galt besonders für die Berge in Nepal. Ich habe den Eindruck, dass ich meine Schwierigkeiten, Volumen darzustellen mit einer besonderen Art, die Farben zu benutzen kompensierte."

Das räumliche Denken

Das räumliche Denken lernte sie an dem Punkt, wo sie Ausführungsdetails geplanter Bauarbeiten darstellen musste, also in der konkreten Situation.
Dennoch fand das räumliche Zeichnen in ihre künstlerische Arbeit kaum Eingang. Die für sie interessanten Themen lassen sich als Fläche besser fassen.